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Ich komme vom Einkauf nach Hause und finde im Briefkasten eine "Auftragskarte Paketzustellung". Die beliebte orangefarbene Karte die einem sagt, dass man den Paketzusteller verpasst hat und nun, nach angemessener Wartezeit eine kleine Weltreise machen darf, um das verpasste Paket irgendwo in der Pampa abzuholen.
So weit, so gut. Wäre an sich ein durchaus guter Service, irgendwie.
Was das Ganze zu einem weniger guten Service macht ist, dass J. die ganze Zeit zu Hause war und diese Karte im Briefkasten steckt. J. war nämlich aus dem Grund nicht mit beim EInkaufen, damit sie das Paket nicht verpasst.
Aber, leider hat es in der ganzen Zeit nicht geklingelt. Kein freundlicher - sogar ein unfreundlicher wäre willkommen gewesen! - Paketzusteller hat vergebens um Einlass begehrt, um dann enttäuscht nur eine Karte hinterlassen zu können.
Auch keiner der Nachbarn wurde in seiner Totenruhe gestört, im verzweifelten Versuch, das Paket für uns unterzustellen.
Das ist insgesamt ärgerlich. Wieder einmal.

Gelegentlich kommt es mir so vor, als würden die Zusteller von DHL während des Beladens gleich die Karten ausfüllen und nur die verteilen, anstatt wenigstens zu versuchen, die Pakete loszuwerden.

Tja... dann eben erst am Montag nach 17 Uhr.
Es ist immer wieder ein Vergnügen mit DHL "Geschäfte" zu machen.

Das ist die Codierung entsprechend der Forschungskriterien im Anhang II "Kulturspezifische Störungen" des ICD 10.
Oder, vom Zahlencode in ein Wort transformiert: "Amok".
Hat es jetzt also auch einen "Kollegen" erwischt.
Militärpsychiater. Entweder hat das mit dem Containment nicht so geklappt wie es sollte, oder es hat an Robustheit gemangelt und er hätte besser Sozialpädagoge werden sollen.
Wie auch immer. Es gibt genügend übergewichtige Orthopäden, rauchende Onkologen und geschiedene Familientherapeuten. Warum also nicht auch mal einen amoklaufenden Psychiater?
Schade und für viele Leute undenkbar, aber weder unmöglich noch unwahrscheinlich.

Ich bin also eingeladen. Ein Fachvortrag zum Thema E-Learning in Blended-Learning Lehrgängen. Im Januar. Schön.
Mache ich. Kein Problem.
Was ich "heute" mache kann ich zwar ganz gut, aber meine Begeisterung hält sich in Grenzen:
"Valide Werkzeuge in der Personalauswahl", "Grundlagen der Personalentwicklung in KMU", "Lehr- und Lernmethoden in der beruflichen Bildung", "Neue Lernmedien und soziale Interaktion", "Politische Notwendigkeiten in der Entwicklung der Bildung".
Mein Herz hängt nicht daran. Vermutlich auch deswegen, weil viel Rat aber wenig Tat dabei herauskommt. Das berufliche "neue Leben" zahlt zwar seit Jahren die Miete, aber mein Talent und meine Fertigkeiten sind nur wenig gefordert.
Das "alte Leben", zu Zeiten als ich als "Kronprinz" von Prof. K. gehandelt wurde entsprach viel mehr dem, was ich als Herausforderung und Berufung empfinde:
"PTSD bei Folteropfern", "Todesstrafe in den USA", "Kannibalismus und andere Formen der Anthropophagie", "Abartige Sexualpraktiken".

Dr. H. hat mich heute ein wenig zum Thema Psychotraumatologie ausgefragt.
Als er erfuhr, dass ich eine Zusatzausbildung in PTSD/Krisenintervention habe, hat er dann voll aufgedreht. Möglicherweise wird das ein erster Schritt zurück in ein neues "altes Leben".
Vielleicht. Vermutlich aber eher nicht.
Aus einer Unterhaltung sollte man keine Schicksalswendungen ableiten, egal wie sehr man es sich auch wünscht.

 

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